Ernährung bei Krebs
Die Ernährung beeinflusst das Immunsystem in vielfältiger Weise. Im Gespräch mit der Ernährungswissenschaftlerin Yvonne Leonhardt, erfahren Sie, wie richtige Ernährung die Abwehrkräfte Ihres Körpers stärken kann.
Ernährungswissenschaftlerin Yvonne Leonhardt sagt:
Das Immunsystem ist ein hochkomplexes System, wo ganz viele Mechanismen ineinandergreifen und besonders nach einer Krebstherapie und einer Krebserkrankung kann es sein, dass das Immunsystem sehr weit runtergefahren ist. Damit das Immunsystem optimal funktioniert und in Balance ist, spielen ganz viele Nährstoffe eine wichtige Rolle. Und hier leistet die Ernährung und vor allem die ausgewogene und vielseitige Ernährung einen ganz wesentlichen Beitrag.
Welche Rolle spielen Obst und Gemüse bei der Ernährung?
Besonders Obst und Gemüse steckt voll von vielen Nährstoffen und das sind insbesondere Pflanzen Farbstoffe. Sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Die haben einen hohen antioxidativen Effekt. Das sind Schutzstoffe, die unsere Zellen schützen. Unsere Zellen werden täglich angegriffen, auch von bestimmten Stoffen aus der Umwelt. Und damit das eben nicht zur Zellveränderung, zur Entartung führt, spielen diese Zellstoffe eine ganz wesentliche Rolle.
Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?
Es macht immer dann einen Sinn, wenn ich einen Mangel habe. Das heißt, bevor ich mir ein breites Spektrum an Nahrungsergänzungsmittel besorge, sollte ich erstmal gucken ob überhaupt ein Bedarf da ist. Es gibt wenige Nährstoffe, die wir nicht über die Nahrung ausreichen genug zuführen können. Da möchte ich an dieser Stelle das Vitamin D erwähnen. Das eine wichtige Schlüsselrolle spielt bei der Aktivierung des Immunsystems. Und wenn man sich vorstellt, dass wir zwar über die Nahrung, über fettreiche Seefische, über Öle aufnehmen können, aber auch unser Körper eigenes Vitamin D produziert, spielt das Sonnenlicht eine ganz wichtige Rolle. In unseren Breitengraden ist es in der Regel nicht möglich, dass wir ausreichend Vitamin D bilden. Und von daher macht es Sinn den Vitamin D Spiegel zu überprüfen. Das sollte ein Arzt machen. Und dann kann man auch in hochdosierter Form Vitamin D sich verschreiben lassen.
Wie ungesund sind Milchprodukte, Fleischwaren, Zucker und fette Speisen?
Das ist in den letzten Jahren immer mehr in die Medien gerückt, dass Milchprodukte und auch gerade Fleischwaren, Fette eine negative Auswirkung haben können und Krebserkrankungen fördern können. Das muss man sehr kritisch betrachten. Wenn man genau hinschaut, dann sieht man sehr viele Studien auch gerade bei den Milchprodukten, die einen förderlichen Effekt haben. Milchprodukte, besonders jetzt auch milchgesäuerte Produkte, die Milchsäurebakterien enthalten. Also Joghurt, Quark, Kefir, haben eine sehr wesentliche Rolle bei der Gesunderhaltung unserer Darmflora. Und die spielt wieder bei der Abwehr eine ganz entscheidende Rolle. Also insofern würde ich den Empfehlungen der Fachgesellschaften Folgen. Das sind pro Tag circa 250ml Milch und Milchprodukte eingeschlossen. Und wenn man sich das Fleisch anschaut, dann ist das in der Regel das rote Fleisch was in Verruf gekommen ist. Das ist aber wieder ein bisschen revidiert worden. Also man hat sich das nochmal genauer betrachtet und da spielt das Nitritpökelsalz eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. Also es ist in der Regel die verarbeiteten Wurstwaren. So im Mittel sind es 450 Gramm Fleisch pro Woche was die Fachgesellschaften an Fleisch empfehlen. Zu den Fetten. Die muss man ein bisschen Differenzieren. Es gibt gute Fette. Es gibt weniger gute Fette. Ich will gar nicht sagen schlechte Fette. Vermeiden sollten wir hochindustrialisierte Nahrung. Also Nahrung und auch fettreiche Lebensmittel die hocherhitzt wurden. Weil da bestimmte Fette entstehen können, die unser Körper nicht mehr erkennt und die tatsächlich bei unserer Krebserkrankung auch tatsächlich eine Rolle spielen können. Also es gibt Stoffe, die beim Erhitzen von Lebensmitteln, beim starken Erhitzen und auch gerade von Fetten und Ölen entstehen kann. Das ist Acrylamid. Das sind sogenannte Transfettsäuren. Das kann man den Speisen aber nicht ansehen, die stecken aber da drin. Das sind Stoffe, die unser Körper nicht mehr erkennt und zu Veränderungen am Erbgut führen können und dadurch auch eine Krebserkrankung fördern können.
Wo bekomme ich meine Proteine her, wenn ich auf Fleisch und Fleischprodukte weitgehend verzichte?
Wenn ich meinen Fleischkonsum runterfahren möchte oder vielleicht auch eine vegetarische Ernährungsweise anstrebe, dann muss ich schauen, dass ich meinen Eiweißbedarf decken kann. Und da spielen Hülsenfrüchte, Linsen, Erbsen, Bohnen eine ganz entscheidende und ganz wichtige Rolle. Aber auch Milchprodukte. Joghurt, Quark, Käse, stecken voll von Eiweiß.
Sollte man ökologische, regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugen?
Es ist natürlich interessant, wo kommen die Lebensmittel her? Und da gibt es Studien, die nachgewiesen haben, dass gerade auch biologisch angebautes Obst und Gemüse zum Beispiel mehr Nährstoffe haben. Das liegt daran, dass die in der Regel länger reifen und dadurch weniger Wasser haben und voll stecken von Vitaminen und Spurenelementen. Und dann macht es natürlich auch Sinn zu gucken, wie lange sind die Transportwege? Wenn so ein Apfel aus Neuseeland kommt, dann hat der natürlich einen viel weiteren Weg zurückgelegt und natürlich auch schon ein großer Anteil an Nährstoffen verloren. Und dann macht es natürlich auch Sinn auf regionale und saisonale Produkte zurück zu greifen.
Zusammengefasst: fünf Tipps für die Immunsystem-aufbauende Ernährung.
Wenn ich ein paar Tipps mit auf den Weg geben darf, was das Immunsystem stärkt. Dann ist es in erster Linie eine
- ausgewogene, vielseitige Ernährung mit viel Obst und Gemüse und
- wenig industriell hoch verarbeitete Lebensmittel.
- Eine Ballaststoffreiche Ernährung
- und auch eine Ernährung, die die Darmflora unterstützt, mit viel Käse, Joghurt, Quark, Milchprodukten.
- Und last but not least bitte den Genuss nicht vergessen. Weil der spielt sicherlich beim Immunsystem auch eine wichtige Rolle, weil er dazu beiträgt, dass wir uns wohlfühlen.
Transcript
Die Ernährung beeinflusst das Immunsystem in vielfältiger Weise.Im Gespräch mit der Ernährungswissenschaftlerin Yvonne Leonhardt erfahren Sie, wie richtige Ernährung die Abwehrkräfte Ihres Körpers stärken kann.
Das Immunsystem ist hochkomplexes System, wo ganz viele Mechanismen ineinandergreifen.Und besonders nach Krebstherapie und nach Krebserkrankung kann es sein, dass das Immunsystem sehr weit runtergefahren ist.Damit das Immunsystem optimal funktioniert und in Balance ist, spielen ganz viele Nährstoffe eine wichtige Rolle.Und hier leistet die Ernährung und vor allen Dingen die ausgewogene und vielseitige Ernährung ganz wesentlichen Beitrag.Besonders Obst und Gemüse steckt voll von vielen Nährstoffen und das sind insbesondere Pflanzenfarbstoffe, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe.
Die haben einen hoch antioxidativen Effekt.Das sind Schutzstoffe, die unsere Zellen schützen.Unsere Zellen werden ja täglich angegriffen, auch von bestimmten Stoffen aus der Umwelt und damit das eben nicht zu Zellveränderungen, zu Entartungen führt, spielen diese Schutzstoffe eine ganz wesentliche Rolle.Es macht immer dann einen Sinn, wenn ich einen Mangel habe.Das heißt, bevor ich mir 'n breites Spektrum an Nahrungsergänzungsmittel besorge, sollte ich erst mal gucken, ob überhaupt Bedarf da ist.
Es gibt wenige Nährstoffe, die wir nicht über die Nahrung ausreichend zuführen können.Da möchte ich an dieser Stelle das Vitamin D erwähnen, das ist 'n ganz, ganz wichtige Schlüsselrolle spielt bei der Aktivierung des Immunsystems.Und wenn man sich vorstellt, dass wir zwar über Vitamin d, über die Nahrung, über fettreiche Seefische, über Öle aufnehmen können, aber auch unser Körper eigenes Vitamin d produziert, spielt das Sonnenlicht eine ganz wichtige Rolle.In unseren Breitengraden ist es in der Regel nicht möglich, dass wir ausreichend Vitamin d bilden.Und von daher macht es Sinn, den Vitamin-D-Spiegel zu überprüfen.
Das sollte Arzt machen und dann kann man auch in hoch dosierter Form Vitamin D sich verschreiben letzten Jahren immer mehr in die Medien gerückt, dass Milchprodukte und auch grad fleischbaren Fette eine negative Auswirkung haben können und Krebserkrankungen fördern können.Das muss man sehr kritisch betrachten.Wenn man genau hinschaut, dann sieht man sehr, sehr viele Studien auch grade bei den Milchprodukten, die förderlichen Effekt haben.Milchprodukte, besonders jetzt auch milchgesäuerte, milchgesäuerte Produkte, die Milchsäurebakterien enthalten, also Joghurt, Quark, Kefir haben eine sehr, sehr wesentliche Rolle bei der Gesunderhaltung unseres unserer Darmflora und die spielt wieder bei der Abwehr eine ganz, ganz entscheidende Rolle.Also insofern würde ich den Empfehlungen der Fachgesellschaften folgen.
Das sind pro Tag circa 250 Milliliter Milch und Milchprodukte eingeschlossen.Und wenn man sich das Fleisch anschaut, dann ist es in der Regel das rote Fleisch, was in Verruf gekommen ist.Das ist aber wieder bisschen revidiert worden.Also man hat sich das noch mal genauer betrachtet und da spielt das Nitritpökelsalz eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung.Also es ist in der Regel eher die verarbeiteten Wurstwaren.
So im Mittel sind es 450 Gramm Fleisch pro Woche, was die Fachgesellschaften empfehlen.Zu den Fetten, die müssen wir bisschen differenzieren.Es gibt gute Fette, es gibt weniger gute Fette, ich will gar nicht sagen schlechte Fette.Vermeiden sollten wir hochindustrialisierte Nahrung, also Nahrung und auch fettreiche Lebensmittel, die hoch erhitzt wurden, weil da bestimmte Fette entstehen können, die unser Körper nicht mehr erkennt und die tatsächlich auch bei Krebserkrankung eine Rolle spielen können.Also es gibt Stoffe, die beim Erhitzen von Lebensmitteln, beim starken Erhitzen und auch grade von Fetten und Ölen entstehen kann.
Das Acryllamid, das sind auch sogenannte Transfettsäuren, das kann man den Speisen aber nicht ansehen.Die stecken aber dadrin und das sind Stoffe, die unser Körper nicht mehr erkennt und die zu Veränderungen am Erbgut führen können und dadurch auch eine Krebserkrankung fördern können.Wenn ich meinen Fleischkonsum runterfahren möchte oder vielleicht auch eine vegetarische Ernährungsweise anstrebe, dann muss ich schauen, wo ich meinen Eiweißbedarf decken kann und da spielen Hülsenfrüchte, Linsenerben, Bohnen eine ganz entscheidende und eine ganz wichtige Rolle, aber auch Milchprodukte, Joghurt, Quark, Käse stecken voll von Eiweiß.Und dann ist natürlich auch interessant, wo kommen die Lebensmittel her?Und da hat gibt's Studien, die nachgewiesen haben, dass grade auch biologisch angebautes Obst und Gemüse zum Beispiel mehr Nährstoffe hat.
Das liegt daran, dass die in der Regel länger dauern, bis die reifen und dadurch weniger Wasser haben und vollstecken von Vitaminen und von Spurenelementen.Und dann macht's natürlich auch Sinn zu gucken, wie lange sind die Transportwege?Wenn son Apfel aus Neuseeland kommt, dann hat er natürlich viel, viel weiteren Weg zurückgelegt und dabei gehen auch schon eine große Anzahl an Nährstoffe verloren.Also da macht es sicherlich Sinn, auf regionale und saisonale Produkte zurückzugreifen.Wenn ich paar Tipps mit aufn Weg geben darf, was das Immunsystem stärkt, dann ist es in der ersten Linie eine ausgewogene, vielseitige Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig industriell hoch verarbeiteten Lebensmitteln, eine belaststoffreiche Ernährung und auch eine Ernährung, die die Darmflora unterstützt mit viel Käse, Joghurt, Quark, Milchprodukten.
Und last, but not least bitte den Genuss nicht vergessen, weil der spielt sicherlich beim Immunsystem auch eine wichtige Rolle, weil er dazu beiträgt, dass wir uns wohlfühlen.