Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Alltagsreaktionen auf Menschen mit Fatigue

Die Antriebslosigkeit bei Fatigue stößt nicht immer auf Verständnis. Lassen Sie sich erzählen, welche Reaktionen es im sozialen Umfeld geben kann.

Alltagsreaktionen auf Menschen mit Fatigue

Evelyn Kühne sagt:

Also ich habe sehr viele negative Reaktionen auch bekommen, gerade auch auf dem Weg zur der Diagnose hin. Es war ja ein langer Prozess, wo gesucht wurde, was ist die Ursache? Ich bin bei Ärzten gewesen, ich bin bei Gutachtern gewesen, ich habe sehr, sehr negative Sprüche bekommen. Mir ist zum Beispiel von einem Arzt gesagt worden, ich wäre eine Sozialschmarotzerin, eine faule Sau. Ich wollte mir nur eine Rente erschleichen. Und das ist keine Seltenheit, dass Frauen oder Betroffenen gesagt wird, es betrifft ja nicht nur Frauen, es betrifft viele Krebskranke, dass dann gesagt wird: “Schauen Sie einfach mal in den Spiegel, wie Sie aussehen. Sie sehen gut aus, das bilden Sie sich alles bloß ein. Sie sind einfach nur faul. Reißen Sie sich mal zusammen.” Das ist natürlich was, das kriegt man viel auch aus dem Bekanntenkreis. Ich muss sagen, es gab wirklich Momente, wo ich in Tränen ausgebrochen bin. Einfach, weil ich es auch teilweise ja selber nicht erklären konnte, was mit mir los ist. Man wird dann auch oft in die Depressionsecke geschoben, ja. Man wird zum Psychologen überwiesen und der sagt dann natürlich: “Ach, da schreiben wir Ihnen gleich mal ein bisschen was auf und dann wird es schon besser werden.” So einen kleinen Stimmungsaufheller. Und ich habe aber irgendwo gewusst, ich bin nicht depressiv. Es muss irgendetwas anderes sein. Das aushalten ist mitunter nur möglich, indem Du rausgehst aus der Situation. Ja und ich war es dann auch leid, das immer wieder zu erklären, weil man einfach in dem Gesicht des anderen sah, er versteht es nicht und er will es auch nicht verstehen, ja. Also da kommt ganz, ganz viel Unverständnis, gerade bei dem Thema Fatigue, definitiv.

Verwandte Beiträge

Selbsthilfe – der richtige Zeitpunkt

Evelyn Kühne sagt: Der Zeitpunkt für mich war, wo ich das Gefühl hatte, ich brauche das irgendwo nicht mehr Es ist alles gesagt, ich habe ...

Erfahrungen von Evelyn Kühne mit Selbsthilfe

Evelyn Kühne sagt: Ich bin in Selbsthilfegruppen gewesen, ich habe mir das angeschaut und ja, fand das so nicht schlecht, muss ich sagen, für eine ...

Rolle der Familie während der Erkrankung

Katharina Erkelenz sagt: Mein Mann war für mich der Fels in der Brandung, zu Beginn natürlich auch am Boden zerstört, aber mein Mann ist ein ...

Erwartungen an die Rehabilitation

Evelyn Kühne sagt: Also ich habe so Frühsport vor Augen gehabt Stuhlkreise, in der irgendwelche psychologische-, in denen irgendwelche psychologischen Probleme gewälzt werden Ja ...

Was man gewinnen und verlieren kann

Katharina Erkelenz sagt: Ich habe wunderbare Menschen gewonnen in meinem Leben Meine Mädels aus meiner WhatsApp-Gruppe, die gäbe es jetzt nicht, wenn ich nicht erkrankt ...

Erfahrungen mit Psychoonkologie

Katharina Erkelenz sagt: Am stärksten war das Bedürfnis, als ich auf den pathologischen Bericht nach der Operation wartete, als es dann darum ging, ob das ...

Erwartungen an die Rehabilitation

Nadja Will sagt: Ich habe gedacht, wieder in eine Krebsklinik, wieder alle krank Hab mich wirklich für mich auch ein bisschen schwer getan, da hinzufahren ...

Wie lebt Evelyn Kühne heute?

Evelyn Kühne sagt: Am Anfang war das Leben so, von Arzttermin zu Arzttermin, wie Du gesagt hast Das habe ich für mich ein Stück weit ...